Radio-Feature: Warum unsere Gesellschaft die Armen verachtet

Julia und ich haben eine neue Radio-Stunde für den Zündfunk gemacht, und ich finde, es ist bisher unsere Schönste, auch dank unserer Produzentin Helen Malich, die das alles im Studio zusammengebastelt hat. Die Sendung heißt „Prolls, Assis und Schmarotzer: Warum unsere Gesellschaft die Armen verachtet“. Sie dreht sich um die Vorläufer des „faulen Griechen“ – also um die Frage, wie Bilder […]

Welche sieben Bücher mich 2014 weitergebracht haben

Sie müssen nicht in diesem Jahr erschienen sein, aber ich habe sie in diesem Jahr (endlich) ganz gelesen – und will sie gerne noch weiterempfehlen: Fanny Müller-Uri: Antimuslimischer Rassismus Schon die „Mitte-Studie“ (PDF) hat die Islamfeindschaft als „das neue Gewand des Rassismus“ beschrieben. Der Prozentsatz derer, die Muslim*innen die Zuwanderung nach Deutschland verbieten wollen, ist demnach von 2009 bis heute von 21 […]

Vom anderen Planeten: Der eindimensionale Mensch wird 50

Zurück in die industrialisierten Länder Anfang der 60er Jahre, zurück zu Wirtschaftswachstum, Wohlfahrtsstaat und Fernsehen: Wer heute den Eindimensionalen Menschen aufschlägt, steigt in eine behagliche Zeitreisekapsel. Rundum abgesichert konnte man herrlich stumpf vor sich hindämmern. Für Herbert Marcuse war das schon damals der Horror. Während die Kritische Theorie bis dahin verdeutlicht hatte, warum das Proletariat den Faschismus einer vernünftigen […]

Haushalt ist kein Hexenwerk

Kann man in der behüteten Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin-Friedrichshain zu der Frage tagen „Wie geht eigentlich ein richtiges Leben im falschen?“, während das Stadtgespräch sich doch eigentlich um den polizeiliche Ausnahmezustand dreht, der zu dieser Zeit in Kreuzberg herrscht? Offenbar schon. Abgesehen von gelegentlich kursierenden Räumungsgerüchten rund um die von Flüchtlingen besetze Gerhart-Hauptmann-Schule und ein paar […]

„Lichtmächte“ oder mach dir ein Bild von all den Bildern

Können Bilder, die wir im Kino sehen, Bilder von anderen Welten oder von Menschen, die sich anderes verhalten, uns Zuschauer verändern? Oder dienen sie der Wirklichkeit, indem sie Hoffnung nur schüre? Unter den Stichworten „Spektakel“ und „Kulturindustrie“ haben kritische Menschen zig Bücher über diese Kompensationsaufgabe der ästhetischen Produktion geschrieben. Immer in der Hoffnung, dass diese […]

Sprache und Kritische Theorie: Nur wer spricht, kann frei werden

Der Zauber der Worte verbindet: Eine Tagung zur Bedeutung der Sprache in der Kritischen Theorie findet einen erstaunlichen Konsens zwischen Adorno und Habermas. Kritische Theoretiker sind nicht zimperlich. Wenn beispielsweise Theodor W. Adorno über teilnahmslose Gespräche in der Mittagspause schreibt, dann so: „Weil alles Geschäft ist, darf dessen Name nicht genannt werden wie der des […]