in Politik

Ich habe bei der Agentur

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einen Fotofilm über einen Teil der Berliner Occupy-Proteste gemacht – hier der erklärende Text dazu:

Welt­weit for­dert ei­ne Ge­ne­ra­ti­on mehr De­mo­kra­tie ein. Nur wie lässt sich die­ses An­lie­gen kon­kret um­set­zen? Pier­re Kas­kys hat aus Frank­reich die Idee des „Por­teur de Pa­ro­les“ mit nach Ber­lin ge­bracht. Er geht auf die Stra­ße und stellt Pas­san­ten ei­ne ein­fa­che Fra­ge: „Was ist für Sie ech­te De­mo­kra­tie?“ Ein Au­gen­schein.

„Wie ein Forum im Internet, nur auf der Straße“ – so beschreibt Pierre Kaskys die Aktion „Porteur de Paroles“: Per Pappschild und Edding will er die Menschen dazu bringen, sich wieder über allgemeine Fragen auszutauschen. Denn von denen an der Macht fühlt er sich nicht beachtet: „Wenn wir nicht etwas tun, wird es keiner für uns tun.“

Pierre ist in Straßburg aufgewachsen und zog als Erasmus-Student vor ein paar Jahren nach Berlin. Heute ist er Unternehmensberater. „Die Methoden aus meinem Job haben bestimmt dazu beigetragen, die Bewegung effizienter zu machen“, sagt er. Pierre bespielt die Internetseite pad-company.posterous.com. Sybille Jean hat ihn bei einer der Aktionen kennengelernt und ist seitdem ebenfalls mit an Bord der Proteste für mehr Demokratie.

Doch was für Chancen auf Veränderung haben die eigentlich? Albrecht von Lucke, Redakteur bei den „Blättern für deutsche und internationale Politik“ ist skeptisch: Aufgwachsen unter der Devise „es gibt keine Alternative zum real existierenden Kapitalismus“ habe diese Generation verinnerlicht, dass jeder sich selbst der nächste sei. Erst jetzt, den eigenen sozialen Abstieg vor Augen, beginne langsam die Suche nach einer Alternative.

Die Erfolgsaussichten dieser neuen Verständigung über das Allgemeinwohl sind jedoch begrenzt, sagt von Lucke: „Die Individualisierung – das zwangsläufige ‚Schauen nach sich selbst‘ – hat sich die letzten 30 Jahre mental so stark eingegraben, dass ich nicht glaube, dass wir uns so schnell davon befreien können.“

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