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„Snowpiercer“ als Serie: Mühsam ist der Klassenkampf

Fast schon kitschig, wie der Film „Snowpiercer“ ein Zitat Walter Benjamins in einen Film verwandelt hat: Revolutionen, schrieb Benjamin, seien nicht die „Lokomotiven der Weltgeschichte“. Die Revolution sei „der Griff des in diesem Zug reisenden Menschengeschlechts nach der Notbremse.“ Die kapitalistische Gesellschaft ist nicht zu reformieren.

So gedacht gibt es kaum eine bessere Metapher für die Gesellschaft als einen permanent um die vereiste Erde kreisenden Zug: In diesem „Snowpiercer“ sitzen vorne die Reichen und lassen sich bewirten, hinten haust die „Reservearmee“ für jegliche Arbeit, die in dem Zug anfällt.

„Snowpiercer“ war 2013 der erste große Hollywoodfilm des südkoreanischen Regisseurs Bong Joon-ho. Jetzt hat Netflix daraus eine Serie gestrickt. Der Aufstand verläuft nicht mehr so geradlinig wie im Film – und das ist erst einmal interessant: Bündnispartner:innen werden gesucht, Figuren aus verschiedenen Zugabteilen eingeführt. Doch leider macht die Serie zu wenig aus dem Setting. Meine Kritik in der Sendung „Kompressor“ auf Deutschlandfunk Kultur.



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